Der Court of Chancery bietet erheblich mehr als klassische Gerichtsverfahren. [Siehe Streitführung vor dem Delaware Court of Chancery und dem Delaware Supreme Court.] Der Staat Delaware und die dortigen Gerichte haben während der letzten Jahre verschiedene Schritte unternommen, um Unternehmen weltweit dabei zu unterstützen, komplexe Geschäftsstreitigkeiten außergerichtlich zu lösen. Der Staat Delaware hat dazu Gesetze und Regeln erlassen, die eine Reihe alternativer Verfahren zur Beilegung von Rechtsstreitigkeiten (Alternative Dispute Resolution, hiernach bezeichnet als "ADR") am Court of Chancery vorsehen. Die Prozessordnung des Court of Chancery gestattet den Parteien bei einem Rechtsstreit die Durchführung eines Schlichtungsverfahrens in der anhängigen Sache und zwar vor einem anderen Richter als dem in der anhängigen Sache zuständigen Richter. Des Weiteren erlaubt Delaware Schlichtungsverfahren in wirtschaftlich oder technologisch geprägten Streitigkeiten, in denen noch kein Gerichtsverfahren rechtshängig ist.

Dementsprechend können Parteien ein Schlichtungsverfahren des Court of Chancery ohne Klageeinreichung initiieren. Die Unternehmen erreichen den Zugang zu den erfahrenen Richtern, können aber ihre Konflikte gleichwohl auf vertrauliche und wirtschaftliche Weise beilegen. Die auf Flexibilität ausgerichtete Tradition der Gerichtsverfahren des Court of Chancery erstreckt sich in gleicher Weise auch auf die ADR, da es den Parteien ermöglicht wird, die Gegebenheiten des Verfahrens an ihre Bedürfnisse anzupassen.

Allgemein gilt, dass bei Beantragung eines Schiedsverfahrens vor dem Court of Chancery beide Parteien ihr Einverständnis erklären müssen und eine Partei in Delaware rechtsansässig sein muss. Der Schlichter wird einer der Richter des Gerichts sein. Diese Richter greifen auf umfangreiche Erfahrungen im Umgang mit vielfältigen Geschäftsstreitigkeiten zurück, weswegen Konfliktparteien die sich auf ADR einigen, Zugang zu einigen der erfahrensten Wirtschaftsrichtern der Welt haben.

Darüber hinaus gehen ADR am Court of Chancery zügig vonstatten, im Gegensatz zu den sich zunehmend verlangsamenden privaten ADR, die sich mehr und mehr dem Tempo der herkömmlichen Gerichtsverfahren anpassen. Wenn Parteien ein Schlichtungsverfahren beantragen, besteht die Erwartungshaltung, dass die Hauptverhandlung oder Anhörung bereits einige Monate nach der Aufnahme des Verfahrens stattfindet. Soweit dies angemessen erscheint, kann der Schlichter in Absprache mit den Parteien einen schnelleren oder einen langsameren Ablauf bestimmen. Konfliktparteien die ein ADR beantragen, müssen deswegen keinem typischen Gerichtsterminplan folgen, sondern bekommen ein Ergebnis, welches ihren Bedürfnissen entspricht. Dieses Merkmal trägt dazu bei, die ADR für die betroffene Konfliktparteien kostengünstig auszugestalten; darüber hinaus unterschreiten die vom Gericht in Rechnung gestellten Gebühren typischerweise diejenigen vergleichbarer Verfahren andernorts.

Ein weiterer maßgeblicher Vorteil des Schlichtungsverfahrens vor dem Court of Chancery ist die Vertraulichkeit der Verfahren. Im Gegensatz zu einem Schriftsatz in einem Rechtsstreit, wird ein Antrag auf Schlichtung vertraulich behandelt. Im Allgemeinen sind alle Vorgänge in den Schlichtungsverfahren vor dem Court of Chancery vertraulich, einschließlich des zwischen den Parteien geschlossenen Vergleichs. Die ADR des Court of Chancery dienen nicht nur der Lösung komplexer Streitigkeiten außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung, sondern auch dem Erhalt der bestehenden Geschäftsbeziehungen zwischen den Parteien für die Zukunft.